Xbox Series S wirklich eine Next-Gen Konsole?

Xbox-Series-S

Quelle: Xbox.com: Ist die Series S wirklich eine Next-Gen Konsole?

Xbox Series S Next-Gen?

Microsoft bringt mit der Xbox Series S eine kostengünstige Next-Gen Konsole für den Casual Gamer auf den Markt, welche die gleichen Vorzüge von Next-Gen erhalten soll wie die Xbox Series X.

Der einzige Leistungsunterschied laut Microsoft sei, dass die Series X nativ in 4K rendert und die Series S in 1440p.

Was diese Werte genau aussagen werden wir in diesem Beitrag noch aufschlüsseln.

Die Konsole selbst soll 299€ kosten und ist somit 200€ günstiger als der große Schwester die Series X.

Was Microsoft zu den Unterschieden und der Leistung sagt seht ihr in diesem Video. 

Microsoft versucht die meisten aufkommenden Fragen zur Series S zu beantworten, wir gehen hier auf die technischen Unterschiede noch einmal im Detail drauf ein.

Only-Digital

Die Series S ist eine „Only-Digital“ Konsole, was bedeutet, dass Sie kein Blu-Ray Laufwerk beinhaltet und ihr nur digitale Spiele darauf spielen könnt, die Ihr im Microsoft Store erworben habt.

Microsoft bietet aber auch den Game Pass an, eine Netflix-artige Bibliothek für Video-Spiele.

FullHD, QHD, 4K was ist der Unterschied?

Wenn man von FullHD spricht ist eine Auflösung von 1920×1080 Pixeln gemeint. 

Bei QHD 2560×1440 und 4K 3840×2160 Pixeln.

Wer nun denkt, dass 4K eine doppelt so hohe Auflösung hat als FullHD der irrt sich.
Wie auch schon am Bild zusehen würde das FullHD Quadrat viermal hereinpassen. Die Auflösung hat sich also vervierfacht!

QHD, QuadHD, oder 1440p genannt liegt dazwischen, von 1440p auf 4K wird das 2,5-fache an Pixeln benötigt.
Die Gesamt-Pixel Anzahl bei 4K ist also das 2,5-fache höher, als bei 1440p.

Die Series X rendert das Bild erst in 1440p und skaliert das Bild dann auf 4K. Die Series X soll sofern möglich direkt in 4K rendern.

 

Wie viel Performance kann dadurch eingespart werden?

Ich habe einige Spiele auf einem Rechner getestet, einmal mit 1440p und einmal mit 4K.

Ich konnte auf 1440p bei fast jedem Spiel doppelte FPS bekommen.
Das bedeutet durch die Reduzierung der Auflösung auf 1440p statt 4K, kann die hälfte der GPU Leistung eingespart werden.

Wenn man also die GPU Leistung der Series X halbiert kommen wir aber auch immer noch auf über 6TFLOPS.

Es müssen also doch mehr Anpassungen gemacht werden, als nur die Auflösung anzupassen, wie uns Microsoft glauben machen will.

Technische Spezifikationen im Vergleich

Um eine genauere Aussage über die Unterschiede zu machen haben wir hier die Spezifikationen im Vergleich aufgeschlüsselt.

 

Xbox One S

Xbox One X

Xbox Series S

Xbox Series X

PS5

PS5 only digital

PS4 Pro

PS4

CPU

AMD Jaguar – 8/16 Cores/ThreadsAMD Jaguar – 8/16 Cores/ThreadsAMD Zen 2 – 8/16 Cores/ThreadsAMD Zen 2 – 8/16 Cores/ThreadsAMD Zen 2 – 8/16 Cores/ThreadsAMD Zen 2 – 8/16 Cores/ThreadsAMD Jaguar – 8/16 Cores/ThreadsAMD Jaguar – 8/16 Cores/Threads
 1,75Ghz2,3Ghz3,6Ghz / SMT 3,4Ghz3,8Ghz / SMT 3,6Ghz3,5Ghz3,5Ghz2,1Ghz1,6Ghz
   fixe Taktratenfixe Taktratenvariable Taktratenvariable Taktraten  

GPU

AMD GCN Gen 2+ 1,4 TFLOPSAMD GCN Gen 4+ / 6 TFLOPSAMD RDNA2 / 4 TFLOPSAMD RDNA2 / 12,155 TFLOPSAMD RDNA2 / 10,28 TFLOPSAMD RDNA2 / 10,28 TFLOPSAMD GCN Gen 2+ / 4,2 TFLOPSAMD GCN Gen 2+ / 1,82 TFLOPS
 12 ComputeUnits @ 914Mhz32 ComputeUnits @ 1.172Ghz20 ComputeUnits @ 1,565Ghz52 ComputeUnits @ 1,845Ghz36 ComputeUnits @ 2,230Ghz36 ComputeUnits @ 2,230Ghz36 ComputeUnits @ 911Mhz18 ComputeUnits @ 800Mhz
 768 ShaderUnits2.560 ShaderUnits1.280 ShaderUnits3.328 ShaderUnits2.304 ShaderUnits2.304 ShaderUnits2.304 ShaderUnits1.152 ShaderUnits

RAM

8GB12GB10GB16GB16GB16GB8GB8GB
 8GB @ 68,3GB/s12GB @ 326GB/s8GB @ 224GB/s10GB @ 560GB/s16GB @ 448GB/s16GB @ 448GB/s8GB @ 217,6GB/s8GB @ 176GB/s
 32MB @ 219GB/s 2GB @56GB/S6GB @ 336GB/s    

HDD/SSD

1TB HDD1TB HDDPCI-Express 4.0, NVMe SSD mit 512 GBPCI-Express 4.0, NVMe SSD mit 1 TBPCI-Express 4.0, NVMe SSD mit 825GBPCI-Express 4.0, NVMe SSD mit 825GB1TB HDD1TB HDD
 ca 100MB/sca 100MB/s2,2GB/s unkomprimierte Daten2,2GB/s unkomprimierte Daten5,5GB/s unkomprimierte Daten5,5GB/s unkomprimierte Datenca 100MB/sca 100MB/s
   4,4GB/s komprimierte Daten4,4GB/s komprimierte Daten8-9GB/s komprimierte Daten8-9GB/s komprimierte Daten  
Xbox Series S Dissambled
Quelle: Xbox: Hier habt ihr einen schönen Einblick wie die Konsole aufgebaut ist.

Xbox Series S schwächer als Xbox One X und PS4Pro?

Die GPU ist langsamer?

Wenn man sich die Hardware Spezifikationen der GPU anschaut könnte man meinen, dass die Series S schwächer ist als ihr Vorgänger die Xbox One X oder auf die PS4 Pro.
Geht man von der theoretischen TFLOPS aus, dann sieht man aus der Tabelle heraus, dass die PS4Pro 4,2 TFLOPS, Xbox One X 6 TFLOPS leisten kann und die Xbox Series S soll lediglich 4 TFLOPS leisten können.
In der Theorie ist die Series S wirklich langsamer, was die GPU an angeht, aber miteinander vergleichen kann man diese TFLOPS Angaben nicht. Und zwar handelt es sich bei der PS4Pro und der Xbox One X um eine andere und ältere Grafikkarten-Architektur. Die Series S, Series X und auch PS5 haben eine neue AMD RDNA2 Architektur an Board. Diese GPU kann bei den gleichen theoretischen TFLOPS mehr Leistung bringen als unter der älteren Architektur.

Nimmt man aber nun die Xbox One X, dann sieht man, dass diese 2TFLOPS theoretisch mehr Leistung bringen kann. 

 

Ist das mit der neuen Architektur denn überhaupt noch aufzuholen?

Das ist schwierig zu sagen, das muss die Praxis erst beweisen, aber laut Microsoft soll die Xbox Series X GPU viermal so schnell sein als die der Xbox One X. Auf dem Papier wäre die sie aber nur doppelt so schnell. Ergo: Durch die neue GPU-Architektur wurde, laut Microsofts Aussage, 50% mehr Leistung herausholen.
Im Umkehrschluss würde dies also bedeuten, dass die Series S auf der alten Architektur mit 8TFLOPS mithalten könnte. Natürlich ist dies so nicht wirklich korrekt und es ist noch abzuwarten wie schnell die neue Architektur wirklich ist.
Ich selbst denke auch dass Microsofts Aussage nicht ganz zutreffen wird. Ich denke die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen, ich könnte mir aber die dreifache Leistung der Series X zur Xbox One X vorstellen.  
Ich denke die GPU wird auf das Leistungsniveau der Xbox One X kommen, vielleicht sogar minimal stärker, aber sie könnte auch schwächer sein, das werden wir erst sehen sobald die ersten vergleichbaren Test vollzogen wurden.

 

Dies war aber nur der Teil der GPU. Das Speichermedium, die CPU und der Arbeitsspeicher haben sich auch verändert und da kann die Series S auch etwas aufholen zu den „Last-Gen Konsolen“.

CPU

Die Series X und die Series S besitzen beide die selbe CPU.
Der einzige Unterschied hier ist, dass die CPU der Series S um 200Mhz herunter getaktet wurde. Sie kommt dadurch nur auf einen 3,6Ghz Takt, dies wird höchstwahrscheinlich dem Formfaktor geschuldet sein, da durch die schmalere Bauweise es schwerer ist warme Luft abzuführen.

Die Kerne und Threads sind in dieser Konsolen Generation gleich geblieben mit 8 Kernen bzw. 16 Threads.
Im Vergleich zur letzten Konsolen Generation wurde der Takt um ein gutes Stück nach oben gehoben. Die CPU basiert ebenfalls bei beiden auf der neuen Zen 2 Architektur und löst die Jaguar Architektur der letzen Konsolen Generation ab.

Hier ist auch zu erwarten, dass es einen kleinen Boost geben wird.

Die CPU ist aber bei Konsolen nicht das wichtigste, der größte Teil muss von der GPU gestemmt werden.
Er stellt oft den Flaschenhals da.

RAM

Wieso hat die Series S nur 10GB Speicher und die Xbox One X 12GB?

Die Series S wird mit 10GB ausgestattet, ihr großer Schwester die Series X mit 16GB.
Hier wurde ein kleinerer Speicher von Microsoft genommen, da die Series S für 1440p ausgelegt ist und die Series X für 4K. 
4K Assets benötigen mehr Arbeitsspeicher als für 1440p, daher wurde aus Kostengründen der Speicher reduziert. 
Meiner Meinung nach hätte Microsoft der Series S mit 16GB RAM ausstatten sollen,
Arbeitsspeicher ist aktuell relativ billig und die Kosten hätten sich hier für Microsoft geringfügig erhöht. Hätte sich auf längerer Sicht gelohnt, da es nun einen Mehraufwand für Programmierer ist die RAM Auslastung zu optimieren.

 

Aber wieso hat die Series S sogar weniger Arbeitsspeicher als die Xbox One X, die 12GB an Board hat?

Nun hier kann gesagt werden, dass die neue Konsolen Generation so schnelle SSDs an Board haben, dass weniger Assets und weniger Daten vorgeladen werden müssen für den schnellen Arbeitsspeicher.

Bei der alten Konsolen Generation waren Festplatten verbaut die maximal 100MB/s geschafft haben, dadurch mussten sie schon vorzeitig damit anfangen Daten in den Arbeitsspeicher zu transferieren, auch wenn dieser aktuell bzw. nie gebraucht wird.

Das wird aber in dieser Konsolen-Generation anders sein, nun können benötigte Daten kurz bevor sie benötigt werden in den Speicher geladen werden. 

Wieso ist der Speichertakt soviel langsamer?

Um ehrlich zu sein, dies hat mich selbst verwundert. 
Wie bereits schon erwähnt benötigen 1440p Assets weniger Speicher und müssen auch nicht ganz so schnell transferiert werden, aber die neue Konsolen Generation soll Ray-Traycing (berechnende Lichtreflexionen) unterstützen können, wofür sehr schneller Arbeitsspeicher benötigt wird. 
Ray-Traycing benötigt auch um einiges Mehr an Arbeitsspeicher.
Ich selbst glaube Entwickler werden nur vereinzelt auf Ray-Traycing zurückgreifen und größten Teils auf die alten Techniken zurückgreifen, da es auch sehr stark die GPU auslastet und die Series S nur ein drittel der GPU Power hat als die Series X. 

SSD

Die NVMe SSD der Series S ist mit 512GB nur halb so groß wie die der Series X. 
Das bedeutet natürlich auch, dass nur halb so viele Spiele drauf passen wie auf der Series X.
Dies ist meiner Meinung nach aber noch zu verschmerzen. 
Der Datendurchsatz ist aber bei beiden SSDs gleich mit 2,2GB/s unkomprimierten und ca. 4,4GB/s komprimierten Daten. 

Hier werden wir definitiv in den Genuss von Next-Gen kommen. Spiele werden schon zu Beginn der neuen Konsolen Generation von wesentlich kürzeren Ladezeiten profitieren und von dem neuen Feature „Quick-Resume“, was ohne die SSD nicht möglich wäre. 

Mit „Qick-Resume“ kann das Spiel unterbrochen werden und ein anderes Spiel gestartet werden. Wenn ihr dann wieder Lust habt bei dem anderen Spiel weiterzuspielen, dann geht es genau an dieser Stelle weiter an dem ihr es verlassen habt und der Ladevorgang dauert nur wenige Sekunden. Bis zu 6 Spiele können pausiert und zu späterer Zeit fortsetzen wenn ihr wollt.

Hier kommt die Power der SSD zum Einsatz. Die Daten im Arbeitsspeicher, die für das Spiel benötigt werden, werden in eine Datei auf die SSD gespeichert. Wenn ihr das Spiel dann wieder fortsetzt wird die Datei wieder in den Arbeitsspeicher geladen und das in wenigen Sekunden.

Fazit

Ist die Series S nun eine richtige Next-Gen Konsole?

 

Jaein, so zwischen drin, aber unter Next-Gen stelle ich mir mehr vor, meiner Meinung nach. Die GPU der Series ist meiner Meinung nach zu schwach für Next-Gen!
Zwar wird man mit der Series S definitiv viel kürzere Ladezeiten aufweisen als bei der Xbox One X, aber grafisch denke ich werden die Spiele kaum einen Unterschied ausmachen. Für eine Next-Gen Konsole ist mir das zu wenig. Bei Next-Gen stelle ich mir vor, dass sie die alte Konsolen Generation in den Schatten stellt und alt aussehen lässt, wie es  auch die Series X tut.

Für wenn ist dann die Series S die richtige Konsole?

Natürlich hat die Series S aber seine da seins Berechtigung.

Als erstes hierfür spricht der Preis, 299€ ist ein super Preis für jemanden der gar nicht so viel Wert auf Grafik legt, vielleicht sogar noch einen Full-HD Fernseher besitzt und in nächster Zeit keinen neuen 4K TV kaufen möchte.

Sie ist auch gut als zweit Konsole für das Kinderzimmer, wenn im Wohnzimmer schon die Series X steht.

Aber sie ist auch Leute die vielleicht gar keine Zocker sind, sich aber denken für 300€ kaufe ich mir mal eine neue Konsole, dazu dann noch Game Pass Ultimate und ich habe eine neue Konsole mit einer Spiel Biblithek dazu für kleines Geld.

 

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